Die letzten eineinhalb Jahre hat das Thema  „Corona Krise und Pandemie“ die Schlagzeilen dominiert und zahlreiche Gesetzesänderungen sind dadurch leider verdeckt worden. Eine dieser Änderungen, die uns betreffen, ist die Erhöhung der NoVA (Normverbrauchsabgabe) und die Einführung der NoVA für Firmenfahrzeuge bis 3.5 t.

Am 01. Juli 2021 wurde die Formel zur Berechnung der Höhe der NoVA geändert und diese wird jetzt auch auf Kleintransporter, wie unser neues Servicefahrzeug, eingehoben. 

Der Höchststeuersatz für die NoVA wurde von 32 auf 50 Prozent angehoben. Zusätzlich wurde der CO2‑Malusgrenzwert von 275 auf 200 g/km gesenkt. Für alle KFZ, die einen CO2-Ausstoß von mehr als 200 g/km haben, werden jetzt zusätzlich € 50 pro Gramm CO2 fällig. Zusätzlich wird die Höhe der Normverbrauchsabgabe bis 2024 jährlich automatisch steigen.

Natürlich können wir diese erheblichen Mehrkosten nicht einfach in der Kalkulation unterbringen. Leider sind gezwungen einen Teil dieser zusätzlichen Abgabe, ab 1. Oktober 2021, an unsere Kunden in transparenter Form weiterzugeben. 

Diese Zusatzkosten von € 24 (inkl. MwSt.) bei Fahrzeugeinsatz, werden in gesonderter Form dargestellt und auf der Rechnung ausgewiesen, damit die Erhöhungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht mit einer Erhöhung unserer günstigen Tarifen verwechselt wird. Bei Kursen ist diese Betrag pro Person und Tag fällig!

Auskunft finanz.at:

Ab Juli 2021

Ab 01. Juli 2021 wird die Formel zur Berechnung der Höhe der NoVA nochmals geändert. Der Höchststeuersatz für die NoVA wird von 32 auf 50 Prozent angehoben. Zusätzlich sinkt der Malusgrenzwert von 275 auf auf 200 g/km. Für alle KFZ, die einen CO2-Ausstoß von mehr als 200 g/km haben, werden ab Juli 2021 zusätzlich 50 Euro statt wie bisher 40 Euro pro Gramm fällig.

Für alle Fahrzeuge, für die vor dem 01. Juli 2021 ein Kaufvertrag abgeschlossen wird, wird die NoVA anhand der Formel von 01. Januar bis 30. Juni 2021 berechnet, sofern die Fahrzeuge zwischen 01. Juli und 30. November ausgeliefert werden. Bis 2024 wird die Höhe der Normverbrauchsabgabe zudem jährlich automatisch steigen.

NoVA für leichte Nutzfahrzeuge (Klasse N1) ab 2021

Auch Nutzfahrzeuge unterliegen ab 01. Juli 2021 künftig der NoVA. Dazu kommt folgende Formel zur Anwendung:

(CO2-Ausstoß – 165) : 5 = Steuersatz in Prozent

Hat das Nutzfahrzeug einen höheren CO2-Ausstoß als 253 g/km, erhöht sich die Steuer pro Gramm pro Kilometer über dem Maluswert um 50 Euro. Experten schätzen die dadurch entstehenden Mehrkosten für Unternehmen, die auf diese leichten Nutzfahrzeuge angewiesen sind, bis 2024 auf rund 1,2 Milliarden Euro.

Änderungen der NoVA seit 2020

Ab 01. Januar 2020 wird die Normverbrauchsabgabe in Österreich neu geregelt und berechnet. Grundsätzlich werden ab 2020 für die Berechnung der NoVA die CO2-Emissionen des Fahrzeugs nach dem Messverfahren WLTP ermittelt.

Das Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure (kurz „WLTP“) ist eine von der EU, Japan und Indien eingeführte Richtlinie zur realitätsnahen Ermittlung der CO2-Emissionen von Kraftfahrzeugen. Die gemessenen Emissionen fallen durch die Bemessung in Litern somit höher aus als in bisherigen Labortests.

Aufgrund der höheren Messergebnisse, würde nun automatisch auch die Normverbrauchsabgabe steigen. Daher wurde in Österreich ab 2020 eine neue Berechnungsmethode der NoVA festgelegt und eingeführt. Für Motorräder gilt ab 2020 nicht mehr der Hubraum, sondern die Ergebnisse des Messverfahrens WMTC als Grundlage der Normverbrauchsabgabe.

Formular und Erklärung

Zur Erklärung über die Normverbrauchsabgabe wird das Formular NOVA2 benötigt.

Das Formular kann entweder elektronisch ausgefüllt an das Finanzamt übermittelt oder per Post beziehungsweise persönlich eingebracht werden.

Allgemeine Informationen

Die Normverbrauchsabgabe, auch NoVA genannt muss bei der erstmaligen Zulassung eines Fahrzeuges bezahlt werden. Diese einmalige Abgabe soll die Kosten der CO2 Emissionen durch das Fahrzeug decken. Nicht nur für einen PKW, sondern auch für Krafträder muss die NoVA bezahlt werden.

Durch die Tatsache, dass der Kauf eines Neuwagens meist keine alltägliche Tätigkeit ist, herrscht oft Verwirrung darüber wie genau die NoVA eigentlich bezahlt wird und wie hoch sie ausfällt.

Auch die Ausnahmen, wann sie nicht beglichen werden muss, sind häufig unbekannt.

Damit die finanzielle Planung des neuen Fahrzeuges besser verlaufen kann, soll im Folgenden aufgeklärt werden, was es mit der Normverbrauchsabgabe eigentlich auf sich hat und was es dabei zu beachten gilt.

Wann ist die NoVA zu bezahlen?

Wenn ein neuer PKW oder Kraftrad gekauft wird und in Österreich zugelassen wird, muss die Normverbrauchsabgabe bezahlt werden. Wenn von PKWs gesprochen wird, sind damit auch Kombis gemeint. Besonders wichtig ist, dass beachtet wird, dass es sich nicht um die erste Zulassung des Fahrzeugs allgemein, sondern speziell in Österreich handelt. Somit fällt die NoVA auch an, wenn ein Gebrauchtfahrzeug nach Österreich gemacht wird und dort zum ersten mal zugelassen wird.

Eine Ausnahme von dieser Regelung besteht nur, wenn es sich bei dem Fahrzeug um ein ehemaliges Diplomaten-, Fahrschul-, oder Vorführfahrzeug handelt. Ebenso muss die NoVA nicht für ehemalige Taxen, Gäste- oder Mietwagen entrichtet werden.

Wann entfällt die Normverbrauchsabgabe?

Es gibt darüber hinaus auch Fälle, in welchen die Normverbrauchsabgabe nicht bezahlt werden muss. Das ist beispielsweise der Fall, wenn es sich um einen Anhänger handelt. Denn dies ist kein Fahrzeug. Besonders für Wohnwägen wird diese Ausnahme genutzt, da er keinen eigenen Co2 Ausstoß verursacht. Auch elektrisch betriebene Fahrzeuge sind aus dem gleichen Grund von der NoVA entbunden. Bei einem Hybridfahrzeug ist dies allerdings nicht der Fall.

Oldtimer verursachen zwar einen CO2 Ausstoß, sind jedoch dennoch von der NoVA befreit. Es muss sich dabei jedoch um ein Fahrzeug handeln, das älter als 30 Jahre ist. Außerdem darf dieser Typ oder dieses Modell aktuell nicht mehr hergestellt werden. Ebensowenig dürfen größere Veränderungen an dem Fahrzeug vorgenommen worden sein.

Der Kauf eines Neufahrzeuges in Österreich

Häufig wird angenommen, dass wenn ein neues Fahrzeug gekauft wird, müsse die NoVA bei der Zulassung noch beglichen werden. Dabei handelt es sich jedoch um einen Irrtum. Die Normverbrauchsabgabe ist im Kaufpreis bereits enthalten und wird von dem Händler beglichen. Er führt die entsprechende Summe direkt an das Finanzamt ab.

Die Rückvergütung der NoVA

Die NoVA kann zurückvergütet werden. Das ist immer dann möglich, wenn das Fahrzeug ins Ausland verkauft wird. Schließlich wird es in diesem Fall keine CO2 Emissionen im Land Österreich mehr verursachen. Dafür müssen allerdings noch weitere Voraussetzungen erfüllt werden, über die es sich im Einzelfall zu informieren gilt. Beispielsweise muss es sich um einen privaten Verkauf handeln. Dass dieser auch tatsächlich in ein anderes Land erfolgt ist, muss natürlich schriftlich nachgewiesen werden. Wenn alle bestehenden Voraussetzungen jedoch erfüllt sind, kann die Rückvergütung durchgeführt werden.

Auskunft BMF:

Grundlage der Berechnung ist der CO2-Emissionswert in g/km nach WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) abzüglich 165 g (2021). Dieser Wert ist durch fünf zu teilen. Das kaufmännisch gerundete Ergebnis ist der Steuersatz der zur Berechnung der NoVA herangezogen wird. Der Höchststeuersatz beträgt 50 Prozent.

Hat ein Kraftfahrzeug einen höheren CO2-Ausstoß als 253 g/km, erhöht sich die Steuer für den, die Grenze von 253 g/km übersteigenden CO2-Ausstoß um 50 Euro je Gramm CO2/km. Der Steuerbetrag ist um einen Abzugsposten von 350 Euro zu kürzen.

In den Jahren 2022 bis 2024 werden diese Werte jährlich angepasst:

  • Der CO2-Abzugsbetrag wird jährlich um den Wert 5 abgesenkt
  • Der Malusgrenzwert wird jährlich um den Wert 15 abgesenkt
  • Der Malusbetrag wird jährlich um den Wert 10 erhöht
  • Der Höchststeuersatz wird jährlich um 10 Prozentpunkte erhöht

Beginnend mit 1. Jänner 2025 wird nur noch der CO2-Abzugsbetrag jährlich um den Wert 3 abgesenkt.

Zusammengefasst sind für den Zeitraum von 1. Juli 2021 bis 31. Dezember 2025 folgende Formeln zur Ermittlung des NoVA-Betrages anzuwenden:

1. Juli 2021 – 31. Dezember 2021:
(CO2 Emissionen in g/km – 165 g) / 5 = Steuersatz
(Höchststeuersatz 50 Prozent)

Bemessungsgrundlage x Steuersatz
+ (50 Euro je Gramm CO2 über 253 g/km)
– 350 Euro
= NoVA

Ab 1. Jänner 2022 – 31. Dezember 2022:
(CO2 Emissionen in g/km – 160 g) / 5 = Steuersatz
(Höchststeuersatz 60 Prozent)

Bemessungsgrundlage x Steuersatz
+ (60 Euro je g CO2 über 238 g/km)
– 350 Euro
= NoVA

Ab 1. Jänner 2023 – 31. Dezember 2023:
(CO2 Emissionen in g/km – 155 g) / 5 = Steuersatz
(Höchststeuersatz 70 Prozent)

Bemessungsgrundlage x Steuersatz
+ (70 Euro je g CO2 über 223 g/km)
– 350 Euro
= NoVA

Ab 1. Jänner 2024 – 31. Dezember 2024:
(CO2 Emissionen in g/km – 150 g) / 5 = Steuersatz
(Höchststeuersatz 80 Prozent)

Bemessungsgrundlage x Steuersatz
+ (80 Euro je g CO2 über 208 g/km)
– 350 Euro
= NoVA

Ab 1. Jänner 2025 – 31. Dezember 2025:
((CO2 Emissionen in g/km – 147 g) / 5 = Steuersatz
(Höchststeuersatz 80 Prozent)

Bemessungsgrundlage x Steuersatz
+ (80 Euro je g CO2 über 208 g/km)
– 350 Euro
= NoVA